Vom Atelier in Heerlen bis zu 128 Millionen Kilometern im Weltraum: die Geschichte der RO Space, der einzigartigen Zusammenarbeit mit André Kuipers und der ESA-Mission, die Geschichte schrieb.
Meine Geschichte beginnt nicht in einer Sternwarte oder einem Hightech-Labor, sondern in meinem eigenen Atelier in Heerlen. Dort, inmitten der Ruhe des Handwerks, entwickelte ich ein Shock-System®, an das ich glaubte. Ein System, das das Herz einer Uhr vor Kräften schützt, die wir auf der Erde selten erfahren. Ich wusste, dass wir etwas Einzigartiges in den Händen hatten — aber dass dieses System uns über die Atmosphäre hinausbringen würde? Das hatte ich damals nur zu träumen gewagt.
Im Folgenden nehme ich Sie mit auf die Reise der R.O. Space: von der ersten Skizze in Limburg bis zu 128 Millionen Kilometern im Weltraum.
Die Suche nach wissenschaftlichem Beweis
Als Uhrmacher verlässt man sich auf Gefühl und Expertise, doch für eine Innovation wie unser Shock-System® wollte ich mehr. Ich wollte die Gewissheit der Wissenschaft. Deshalb wandte ich mich an TNO für rigorose Falltests. Die Ergebnisse übertrafen meine eigenen Erwartungen: Während ein herkömmliches Uhrwerk nach einem Fall aus 90 Zentimetern aufgab, lief unsere Uhr nach einem Fall aus nahezu zwei Metern noch exakt im Toleranzbereich.
Diese Ergebnisse öffneten Türen, von deren Existenz ich nichts wusste. Meine Gespräche mit Professoren über G-Kräfte führten mich schließlich zur European Space Agency (ESA). Dort, zwischen den beeindruckenden Zentrifugen und Testanlagen, begann die Erkenntnis zu reifen: Wir arbeiteten an etwas, das die Grenzen der traditionellen Uhrmacherei verschieben würde.
Eine Begegnung, die alles veränderte
Es war bei der ESA, dass ich André Kuipers kennenlernte. Ich erinnere mich an ihn als einen Mann von großer Tiefe mit einer aufrichtigen Faszination für Technik. Er sah sofort, dass mein Shock-System® nicht nur für Uhren relevant war, sondern Potenzial für die gesamte Raumfahrt hatte.
Als André mich fragte, was ich persönlich für ihn während seiner Mission bedeuten könnte, empfand ich tiefen Stolz. Er erzählte mir von den Herausforderungen auf der ISS: wie man bei enormer Geschwindigkeit — 28.000 Kilometer pro Stunde — jedes Gefühl für Zeit verliert. Man sieht die Sonne vierzehnmal am Tag aufgehen. Für ihn baute ich zwei spezifische Komplikationen: den Orbit Time Counter und einen Day & Week Counter. Es war für mich eine Ehre, Instrumente zu schaffen, die einen niederländischen Astronauten tatsächlich bei seiner Arbeit im Weltraum unterstützen würden.
Die Anforderungen des Kosmos: Carbon und Präzision
Etwas in den Weltraum zu schicken ist eine Übung in äußerster Disziplin. Jedes Gramm zählt; jede Reflexion kann störend sein. Deshalb entschied ich mich für Carbonfaser. Dieses Material bot mir alles, was die Mission verlangte: es ist extrem leicht, antistatisch und erzeugt keine Spiegelung.
Unter dem Carbongehäuse steckt das Valjoux 7750-Kaliber, das wir durch unzählige Anpassungen und Verfeinerungen auf Chronometernorm gebracht haben. Wir haben sogar ein keramisches Lager eingebaut, um den Verschleiß bei diesen extremen Geschwindigkeiten zu minimieren. Es war ein technischer Prozess, bei dem kein Detail zu klein war, um es zu vernachlässigen.
128 Millionen Kilometer später
Den Tag der Landung in Noordwijk werde ich nie vergessen. Während André in seiner Kapsel in die Atmosphäre eintauchte und die enormen G-Kräfte auf ihn und die Uhr einwirkten, hielt ich den Atem an. Es ist kaum vorstellbar, dass ein mechanisches Instrument nach einer solchen Reise noch perfekt läuft.
Insgesamt waren die Uhren 193 Tage im Weltraum. In dieser Zeit haben sie mehr als 128 Millionen Kilometer zurückgelegt. Als wir die Uhr nach der Mission wieder in den Händen hielten und erneut testeten, stellte sich heraus, dass sie noch immer einwandfrei funktionierte. Dass wir dafür ein offizielles Zertifikat ausstellen durften, sehe ich als die Krönung meiner Arbeit.
Eine greifbare Erinnerung an eine grenzüberschreitende Mission
Es gibt nur zwei Exemplare, die diese Reise tatsächlich gemacht haben. Eine Uhr ist bei André geblieben, als treue Begleiterin seiner Mission. Das andere Exemplar hüten wir in unserem Geschäft in Heerlen. Es erinnert uns täglich daran, dass wir als niederländisches Familienunternehmen ein besonderes Stück Geschichte schreiben durften.
Die Technologie, die wir für diese einzigartige Mission entwickelt haben, bildet heute die Grundlage unserer R.O. Space-Kollektion. Ob die Ausführung nun in Stahl, Titan, Keramik oder Edelmetall ist — jede Uhr trägt dieselbe DNA aus Innovation und Durchhaltevermögen in sich.
Dass es uns gelungen ist, die erste mechanische Uhr aus eigener niederländischer Fertigung in den Weltraum zu bringen, erfüllt mich mit tiefem, stillem Stolz. The First Dutch Watch in Space ist für mich der ultimative Beweis dafür, dass Hingabe und Handwerkskunst aus einem Atelier in Heerlen keine Grenzen kennen — nicht einmal die Grenze unserer eigenen Atmosphäre.













